Sachsen gilt als Hochburg der NPD. Im Jahr 2004 zog sie mit 9,2% der Stimmen in den Sächsischen Landtag ein. Den Fraktionsvorsitz übernahm Holger Apfel. Besonders bei den jungen WählerInnen stieß die Partei mit 21% der Stimmen auf große Resonanz.

Bei den Wahlen 2014 verpasste die Partei den Einzug mit 4,95 % denkbar knapp. Damit verfügt die Partei über keine Sitze mehr im sächsischen Landtag. Im Vergleich zur Landtagswahl 2009 verlor die NPD fast 20.000 Stimmen. Das Wahlergebnis zeigt, dass die NPD in Sachsen über eine Stammwählerschaft um die 5 % verfügt, die der Partei 2019 den Wiedereinzug ins Parlament ermöglichen könnte.

Seit 2013 ist zu beobachten, wie die Partei über die Gründung vermeintlich parteiunabhängiger lokaler Bürgerinitiativen Ressentiments gegenüber Flüchtlingen schürt. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das Bündnis „Schneeberg wehrt sich“ um den Vorsitzenden des NPD-Kreisverbands Erzgebirge Stefan Hartung. Seinen Aufrufen zu den sogenannten Lichtelläufen folgten Ende 2013 bis zu 1.800 Personen, die keine Berührungsängste mit Vertretern der Rechten kannten. Die Demonstrationsreihe wurde im Herbst/Winter 2014 unter Hartungs neuer Initiative „Freigeist“ fortgesetzt.

Mit dem von parteiinternen Gegnern erzwungenen Rücktritt des Parteivorsitzenden Holger Apfel im Dezember 2013 verlor die Partei den Vertreter des Konzeptes einer „seriösen Radikalität“. Unter Apfel hatte sich das Verhältnis zu den Freien Kameradschaften deutlich verschlechtert. Nach seinem Abgang wurde offensichtlich, dass die NPD auch mit dem Versuch, breitere Wählerschichten anzusprechen, gescheitert war. Der „Sächsische Weg“, der neonazistische Politik hinter einer bürgerlichen Fassade versteckt, scheiterte bei der Landtagswahl 2014.

Diese Seite wurde zu zuletzt am 2. März 2015 bearbeitet.

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