Die AfD Chemnitz zog nachvollziehbarerweise auch AnhängerInnen mit rechtem und rechtspopulistischem Weltbild an. So war Robert Andres AfD-Mitglied, bevor er im März 2014 wieder austrat und sich heute für PRO CHEMNITZ engagiert. Er ist auch der Vorsitzende der asylfeindlichen Bürgerinitiative Hilbersdorf/Ebersdorf. Der PRO CHEMNITZ-Stadtrat Joachim Ziems schaffte es, aus seiner Partei auszutreten, in die AfD einzutreten, um danach wiederum zu PRO CHEMNITZ zurückzukehren. Lars Franke war 2014 noch für PRO CHEMNITZ für den Stadtrat angetreten. Aktuell ist der bei der AfD Chemnitz im Kreisvorstand und zuständig für Veranstaltungsorganisation.

Bei der Stadtratswahl 2014 erzielte die AfD in Chemnitz aus dem Stand 5,64 % und zog mit Dr. Roland Katzer, Falk Müller und Thomas Sänger in den Stadtrat ein. Bei den Landtagswahlen erzielte die Partei in der Stadt ein Ergebnis von 9,22 % und verdoppelte damit fast ihren Stimmenanteil.

Im Stadtrat ist die Partei bisher nicht mit rechtspopulistischen Anträgen aufgefallen. Seit der erhöhten Zuwanderung von Asylsuchenden im Jahre 2015 ist auch der Kreisverband der AfD wieder aktiver geworden. Ihre Aktivität ist insbesondere hinsichtlich der Bundestagswahl 2017 gestiegen. Für Chemnitz tritt Nico Köhler als Direktkandidat an. Er führte im Raum Chemnitz regelmäßig Bürgerdialoge durch, bei dem er das Wahlprogramm der AfD vorstellte. Er ist auch bei AfD Informationsveranstaltungen zu anderen Themen, wie innerer Sicherheit oder dem Islam, anwesend. Genauso wie der AfD Landtagsabgeordnete Karsten Hütter, der sich auf diese Themen spezialisiert hat und in den entsprechenden Ausschüssen im Landtag sitzt. Er betreibt auch ein Wahlkreisbüro in der Chemnitzer Innenstadt.
Auf ihrem Facebook Profil werden neben Bildern von Veranstaltungen vor allem Botschaften der AfD-Fraktionsvorsitzenden im sächsischen Landtag, Dr. Frauke Petry, und anderer prominenter AfD-FunktionärInnen geteilt. Dabei fungiert auch die AfD Chemnitz als Sprachrohr für rechtspopulistische, migrations- und islamfeindliche sowie antifeministische Positionen. So werben Beiträge häufig für PEGIDA und fordern den von der AfD gelebten Dialog mit dieser Initiative. Aber auch die Diffamierung von Gendermainstreaming als „Wohlstandsmüll“ spielt für die Betreiber des Chemnitzer Facebook-Profils der Partei eine Rolle.

Bei der Bundestagswahl 2017
erreichte die AfD 24,31% der Zweitstimmen und 24,02% der Erststimmen. Somit verpassten sie nur sehr knapp das Direktmandat und wurden direkt hinter der CDU zweitstärkste Partei in Chemnitz.

Diese Seite wurde zu zuletzt am 17. April 2018 bearbeitet.

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