NS-Boys

Bedeutsam unter den neonazistischen Fußball-Fangruppierungen ist vor allem die offen nationalistisch ausgerichtete Gruppe Chemnitzer New Society (NS-Boys). Der NSC-Verbotsbescheid bestätigte das Offensichtliche: Große Teile der Kameradschaft waren ebenfalls Mitglied der NS-Boys. So wurde auch die Zaunfahne der Gruppe während der Hausdurchsuchungen beschlagnahmt. Wie Gründungsmitglied Nino Hänselmann 2006 in einem Interview mit dem Fußballmagazin RUND sagte, haben sich die NS-Boys die HooNaRa zum Vorbild genommen. Die Gruppe hat Stadionverbot, was ihre Mitglieder aber nicht von Besuchen von CFC-Spielen abhält. Die NS-Boys haben seit Anfang 2006 Stadionverbot, halten ihre Aktivitäten aber innerhalb wie außerhalb des Stadions aufrecht. Sie feierten im Jahr 2012 ihr achtjähriges Bestehen in einem Gartenvereinsheim und betreiben seit dem 23. März 2014 eine eigene Facebook-Seite – fünf Tage später wurden die NSC verboten.

Ebenfalls den NS-Boys zugeschrieben wird ein Zwischenfall am 20. August 2012. Dynamo-Dresden-Spieler Mickael Poté wurde während des Spiels gegen den CFC mit Affenlauten beleidigt. Unter Mediendruck distanzierten sich Verein und Fanclubs vom Verhalten der Rassisten, initiiert vom Fanradio Gellertwelle. Der Verein druckte rote Karten mit der Aufschrift „CFC-Fans sind gegen Rassismus“, die an die Fans verteilt und vor einem Spiel hochgehalten wurden. Die Fanclubs verlasen eine gemeinsame Erklärung, in der es hieß, die besagten Personen seien „in unserem Stadion absolut unerwünscht“. Die Aktion veranlasste den CFC zum Beitritt der Kampagne Show Racism the Red Card und zur Teilnahme an den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2014.

HooNaRa

HooNaRa ist die Abkürzung für Hooligans – Nazis – Rassisten. Die Gruppierung wurde in den 1990er von Thomas Haller, dem damaligen Inhaber der Haller Security, gegründet. Mittlerweile ist die HooNaRa inaktiv, die Mitglieder sind älter geworden und haben sich ins Familienleben zurückgezogen. „Eigentlich gibt es HooNaRa nicht mehr, andererseits sind wir in einer halben Stunde da“, sagte Haller im Interview mit RUND.

Das Sächsische Innenministerium kommt da zu einer anderen Einschätzung: In der Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken im Sächsischen Landtag im Februar 2013 heißt es, die HooNaRa treten regelmäßig bei „rechtsextremistischen Veranstaltungen der neonationalsozialistischen und subkulturellen Szene im Raum Chemnitz in Erscheinung“. Ihre Größe wird dabei auf 20 bis 30 Personen geschätzt. Zur gleichen Einschätzung kommt das Ministerium zu den NS-Boys.

Die HooNaRa gilt als besonders gewalttätig. Sie trat nicht nur bei Hooligan-Kämpfen an, sondern zeichnet sich auch für einen großen Teil der rechten Angriffe in den 90er- und frühen 2000er-Jahren in der Stadt verantwortlich.

Diese Seite wurde zu zuletzt am 27. Februar 2015 bearbeitet.

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